13 Juli 2014 - 04:02
US Experten: Verhandlungsfortschritte bei den Atomgesprächen in Wien

Experten einer Washingtoner Rüstungskontrollorganisation erklären die Fortschritte bei den Atomgesprächen zwischen Iran und der G5+1 für "besser als gedacht".

Daryl Kimball, Direktor der Arms Control Association in Washington, D.C verfolgt den Atomkonflikt schon seit vielen Jahren. Im Gespräch mit der "Wiener Zeitung" äußerte er sich optimistisch, dass man bei den derzeit in Wien laufenden Verhandlungen zwischen dem Iran und der internationalen Staatengemeinschaft zu einer Lösung finden wird.

Kelsey Davenport, eine Kollegin von Kimball bei der Arms Control Association, berichtet, nach den Informationen von ACA habe es hinter den Kulissen deutliche Fortschritte in wichtigen Punkten gegeben, Differenzen bestünden aber weiter bei der Frage um die Anreicherung von spaltbarem Uran. Es gelte, eine "Quadratur des Kreises" zu schaffen, und das erfordere Kompromisse. "Die internationale Gemeinschaft kann wohl keine dramatische Verminderung der Urananreicherungskapazitäten des Iran verlangen. Aber um dieses Problem zu lösen, gibt es kreative Lösungen", meint Davenport. Die Verhandler hätten ja noch bis zum 20. Juli Zeit.

An diesem Wochenende soll der Grundstein zu einem Durchbruch gelegt werden: Die Außenminister John Kerry (USA), Laurent Fabius (Frankreich), William Hague (Großbritannien) und Frank-Walter Steinmeier (Deutschland) reisen am Sonntag (Kerry bereits am Samstag) nach Wien, um dort mit dem iranischen Außenminister Javad Zarif direkt zu verhandeln. Die EU-Außenbeauftragte Cathrine Ashton moderiert einige dieser Verhandlungen, zum Beispiel am Sonntag bei einem Mittagessen für alle Verhandlungspartner. Dazwischen werden sich die Minister bei bilateralen Zusammentreffen absprechen. Die meiste Arbeit wird aber bei den Gesprächen auf Expertenebene zu erledigen sein.

Die politischen Spitzenrepräsentanten sollen nach Wien kommen, um dort, wo die Verhandlungspartner noch weit auseinander liegen, Brücken zu bauen und auszuloten, wie die Chancen für einen Verhandlungserfolg liegen, meint Michael Mann, Sprecher der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton in einem Gespräch mit der "Wiener Zeitung". Aus Verhandlerkreisen war auch zu erfahren, dass es - so die Verhandlungsrunde am Sonntag gut läuft - kommendes Wochenende zu einer zweiten, entscheidenden Verhandlungsrunde kommen soll, bei der ebenfalls wieder die Spitzenrepräsentanten der an den Verhandlungen beteiligten Länder erwartet werden. Bei den Gesprächen mit den anderen Außenministern will Zarif auch erwirken, dass die Frage der Zentrifugen und die Diskussion rund um die Kontrolle der Anlagen - ein Stück entschärft wird, heißt es aus dem Umfeld des iranischen Verhandlungsteams.